Nachmachen gilt nicht

864957396-michael-jackson-pressekonferenz-buehne-ankunftIhr habt DIE Idee für Euer Projekt: ein Testimonial muss her. Jemand, den jeder kennt. Doch Stars sind heutzutage teuer und wählerisch, da kann der Gedanke verführerisch sein: Wir stellen eine Szene nach!

Nichts einfacher als das: Spitze Nase, dunkle Brille, geschmeidige Moves – schon tanzt „Michael“ für Euer Projekt. Blonde Locken, sexy Neckholder-Kleid, Windmaschine von unten – klar, das ist „Marilyn“ auf dem Metroschacht. Um „den Paten“ ein Angebot machen zu lassen, das keiner ablehnen kann, reicht quasi eine sonore Raucherstimme.

Blöd nur, dass Nachmachen nicht erlaubt ist. Oder besser: Das Machen schon, aber das Verwenden nicht. Das Persönlichkeitsrecht erstreckt sich nämlich nicht nur auf die originalen Aufnahmen von Persönlichkeiten, sondern auch auf deren Nachahmung mit dem gewollten Zweck der Wiedererkennung. Das gilt für lebende genauso wie für verstorbene Stars, deren noch gelten.

So darf beispielsweise ein Marilyn Monroe-Double genauso wenig als Testimonial eingesetzt werden wie sie selbst. Fotos oder Filmaufnahmen, die bekannte Situationen nachstellen, sind ebenso geschützt wie die Originale. Nicht einmal nachgesprochene Texte dürfen verwendet werden, ohne die Nutzungsrechte mit den Rechteinhabern geklärt zu haben.

Es lohnt sich also immer, zuerst das Original anzufragen, bevor Ihr (lebende oder tote) Superstars selbst in Szene setzt. Wir kümmern uns drum.

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