In wird am 30. April 2015 das neue NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz eröffnet. 70 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes erinnert die Stadt an eines der dunkelsten Kapitel ihrer . Das Gebäude steht auf dem Grundstück des Braunen Hauses, der Parteizentrale der . Die Nazi-Bewegung hat nach dem ersten Weltkrieg ihren Ursprung in Münchner Bierkellern, Münchner Finanziers verhalfen ihr zur ersten Größe und Hitler wurde durch ihre Hilfe erst „salonfähig“. Schon 1923 versuchte Hitler sich an die Macht zu putschen. Den für uns heute scheußlichen Titel „Hauptstadt der Bewegung“ trugen München und zahlreiche Münchner damals mit Stolz. Die Partei war mit über 6000 Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber der Stadt. Die bombastischen Führerbauten am Königsplatz dokumentieren bis heute die ehemalige Schaltzentrale der Nazi-Partei. 

Andererseits gibt es auch in München eine Tradition der Abwehr des NS-Gedankenguts und des Widerstands. Das erste deutsche KZ im nahen Dachau war mit zahlreichen deportierten Münchner Bürgern, Sozialisten, Kommunisten, Katholiken, Protestanten und Juden gefüllt. Die alljährlichen Totenfeiern für die Opfer des Hitlerputsches von 1923 am Odeonsplatz und am , das Haus der Kunst, die Ausstellung „Entartete Kunst“, das Münchner Abkommen, die Lager , Karlsfeld oder Obermenzing, der Güterbahnhof Milbertshofen, wo die Münchner Juden zur Deportation verladen wurden, sind Stichworte, die einen Stadtplan des Schreckens illustrieren. Die Phrase „Bis alles in Scherben fällt“ war Programmphrase des Nazi-Liedgutes und markiert das fürchterliche Ende der Nazi-Haupstadt München. Ein amerikanischer GI trägt am 30. April 1945 das Ortsschild „München – Hauptstadt der Bewegung“ beim Vormarsch auf das Stadtzentrum.

US-Truppen befreien München am 30.04.1945

Hauptstadt

NS-Dokcenter München April 2015

NS-Dokcenter2 NS-Dokcenter

An all diese historischen Verwicklungen und Zusammenhänge erinnert jetzt das Dokumentationszentrum. Dr. Stephan Bleek und Elisabeth Hartjens von haben für das Zentrum Filmrecherchen in amerikanischen Archiven und privaten Sammlungen durchgeführt und eine Reihe der gefundenen Filmmaterialien ist in der Dauerausstellung und in der App für Museumsbesucher zu sehen. Wir sind stolz, zum Gelingen des Projekts beizutragen.

oder Standbildfotos, die bei Framepool lizenziert werden können:

Gebäude des neuen NS-Dokumentationszentrums

Königsplatz, München

Königsplatz, München in der Nazizeit

München, 3. Reich

Judenverfolgung 1938

Ausstellung Entartete Kunst

Hitlerputsch 1923

Befreiung Münchens durch US Truppen

Konzentrationslager Dachau

Weitere Links:

Die Webseite des NS-Dokumentationszentrums

Die Dokumentation des Bayerischen Fernsehens über das

Autor: Dr. Stephan Bleek