Am 14. November 1938 – kurz nach den von der Nazi Partei organisierten Pogromen der Nacht vom 9. November – verbieten die deutschen Behörden jüdischen Kindern den Besuch der Schulen. Unser Kurzfilm zeigt zu Beginn bislang unveröffentlichte Aufnahmen von Berlin und von jüdischen Schülern eines Berliner Gymnasiums, die im Jahr 1937 von dem amerikanischen Filmregisseur Julien Bryan gedreht worden sind. In den dreißiger Jahren und besonders vor und nach der Olympiade von 1936 ist das Naziregime bemüht, nach außen weltstädtische Normalität zu zeigen. 

Die Bilder von Julien Bryan beweisen mit einfachen Beobachtungen, wie den gelb gestrichenen Parkbänken für oder den Naziwimpeln in einem Kindergarten, dass hinter der Oberfläche des harmlos betriebsamen Alltags der dunkle Schatten der menschenverachtenden totalitären Diktatur lauert. Denn längst arbeiten Nazipartei und Staat an der weiteren rassischen Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Die behördlichen Pläne für die endgültige Entrechtung und Vertreibung der deutschen werden 1938 ausgearbeitet. Dazu gehört das Verbot des Schulunterrichts für jüdische . Eine Zwangsabgabe auf Vermögen, mit denen die jüdische Bevölkerung ebenfalls im November 1938 belegt wird, erbringt eine gewaltige Summe von nach heutigem Wert über 5 Milliarden US Dollar. Sie hilft, eine akute Zahlungsunfähigkeit des Deutschen Reiches abzuwenden, die im Herbst 1938 droht. Die Entrechtung und Enteignung jüdischer Mitbürger dient letztlich der Finanzierung der Aufrüstung für den längst geplanten Krieg gegen die europäischen Nachbarn.

Nur wenige jüdische Bürger können aus entkommen. Weniger als 30.000 schaffen es noch bis zum Sommer 1939 nach New York, denn die amerikanischen Einwanderungsbehörden erhöhen ihre Quoten nicht nennenswert. Unser Film zeigt die Ankunft eines Schiffs mit jüdischen Emigranten 1939 in New York. Wir wissen, was mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geschehen wird, die nicht auf solchen Schiffen entkommen können.

Die von uns im HD Format gescannte Sammlung von Outtakes aus dem 35mm Filmmaterial von Julien Bryan und anderen Filmproduzenten umfasst bereits zahlreiche Stunden und wird weiter ausgebaut. Alles Filmmaterial kann über Framepool online für alle Verwendungen lizenziert werden.